Kleinunternehmer Steuertipps: 10 Ausgaben die du absetzen kannst
Du zahlst zu viel Steuern. Ehrlich. Nicht weil du musst — sondern weil du nicht weißt, was du alles absetzen kannst.
Die meisten Kleinunternehmer lassen jedes Jahr Hunderte (manchmal Tausende) Euro liegen, weil sie denken: "Ach, das kleine Ding? Das zählt doch nicht."
Spoiler: Doch, zählt.
Hier sind 10 Ausgaben, die du als Betriebsausgaben absetzen kannst — die meisten übersehen mindestens die Hälfte davon.
1. Home-Office-Pauschale (auch ohne separates Arbeitszimmer)
Du arbeitest von zuhause? Dann kannst du die Home-Office-Pauschale nutzen — auch wenn du kein eigenes Arbeitszimmer hast.
Was gilt (2026):
- 6 € pro Tag, an dem du hauptsächlich zuhause arbeitest
- Maximal 1.260 € pro Jahr (= 210 Tage)
- Kein Beleg nötig — nur Nachweis, dass du von zuhause arbeitest
Beispiel: Du arbeitest 150 Tage im Jahr von zuhause → 150 × 6 € = 900 € absetzbar. Bei 40% Steuersatz sparst du 360 €.
💡 Noch besser: Wenn du ein separates Arbeitszimmer hast (abgeschlossen, nur für Arbeit genutzt), kannst du statt der Pauschale die tatsächlichen Kosten absetzen: Anteilige Miete, Strom, Internet, Möbel. Das kann schnell 2.000-4.000 € pro Jahr sein.
2. Handy & Internet (auch privat genutzt)
Du nutzt dein Handy und Internet auch geschäftlich? Absetzbar. Auch wenn du es privat mitnutzt.
Wie viel?
- Geschäftliche Nutzung > 90%: Vollständig absetzbar
- 50-90% geschäftlich: Anteilig absetzbar (z.B. 70% der Kosten)
- Unter 50% geschäftlich: Pauschale von 20% oft akzeptiert
Beispiel: Handyvertrag kostet 40 € /Monat (480 € /Jahr). Du nutzt es zu 60% geschäftlich → 288 € absetzbar.
Tipp: Zweite SIM-Karte nur fürs Business? Dann ist's 100% absetzbar — und keine Diskussion mit dem Finanzamt.
3. Software & Tools (auch Abos)
Adobe Creative Cloud. Microsoft 365. ChatGPT Plus. Notion. Slack. Canva Pro. Alles absetzbar.
Was geht:
- Buchhaltungssoftware (lexoffice, sevDesk)
- Cloud-Speicher (Google Drive, Dropbox)
- Projektmanagement (Asana, Trello, ClickUp)
- Design-Tools (Adobe, Figma, Canva)
- KI-Tools (ChatGPT, Midjourney, Jasper)
Viele denken: "Das ist doch nur ein kleines Abo." Stimmt. Aber 10 kleine Abos à 10 € = 100 €/Monat = 1.200 €/Jahr. Bei 40% Steuersatz sparst du 480 €.
⚠️ Netflix ist NICHT absetzbar — außer du bist Film-Kritiker oder Content Creator, der über Serien schreibt. Dann mit guter Begründung vielleicht. Aber Standard-Kleinunternehmer? Nein.
4. Weiterbildung & Bücher
Jedes Fachbuch, jeder Online-Kurs, jedes Webinar, das mit deinem Business zu tun hat: Absetzbar.
Beispiele:
- Udemy-Kurse (Marketing, Design, Programmieren)
- LinkedIn Learning
- Fachbücher bei Amazon
- Konferenz-Tickets (inklusive Anreise & Übernachtung)
- Online-Coaching (wenn berufsbezogen)
Wichtig: "Allgemeinbildung" (z.B. ein Roman) ist nicht absetzbar. Aber ein Buch über Marketing, Finanzen, Programmierung? Klar.
5. Büromaterial & Kleinzeug
Kugelschreiber, Notizblöcke, Druckerpapier, Heftklammern — klingt unbedeutend, summiert sich aber.
Was oft vergessen wird:
- Druckerpatronen / Toner
- USB-Sticks, externe Festplatten
- Schreibtischlampe
- Monitor-Halterung
- Kabel, Adapter, Maus, Tastatur
Einzeln sind das Kleinigkeiten. Zusammen locker 300-500 € pro Jahr.
6. Bewirtung (zu 70%)
Essen mit Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern? 70% absetzbar.
Wichtig: Du musst einen ordentlichen Bewirtungsbeleg haben (siehe unseren Guide dazu). Darauf muss stehen:
- Namen der bewirteten Personen
- Anlass des Treffens
- Deine Unterschrift
Beispiel: Geschäftsessen für 80 € → 56 € absetzbar.
7. Fachliteratur & Zeitschriften-Abos
Branchenzeitschriften, Fachmagazine, Newsletter-Abos (auch digital) — alles absetzbar.
Beispiele:
- t3n (für Tech/Startup-Leute)
- Brand Eins (für Unternehmer)
- c't (für IT-Freelancer)
- PAGE (für Designer)
Auch hier: Privater Kram (Brigitte, GEO) ist nicht absetzbar — außer du schreibst darüber oder nutzt es beruflich.
8. Bankgebühren & Kontoführung
Dein Geschäftskonto kostet Geld? Absetzbar. Auch Überweisungsgebühren, Kreditkartengebühren, PayPal-Gebühren.
Viele vergessen das — dabei sind das locker 50-200 € pro Jahr.
9. Versicherungen (die geschäftlich sind)
Nicht alle Versicherungen sind absetzbar — aber diese schon:
- Berufshaftpflicht: 100% absetzbar
- Rechtsschutzversicherung (Firmenrechtsschutz): Absetzbar
- Betriebshaftpflicht: Absetzbar
- Cyber-Versicherung: Absetzbar
- Geräteversicherung (Laptop, Kamera): Absetzbar, wenn nur geschäftlich genutzt
Nicht absetzbar: Private Krankenversicherung, private Haftpflicht, KFZ-Versicherung (außer Firmenwagen).
10. Arbeitsmittel unter 800 € (sofort absetzbar)
Geräte und Werkzeuge unter 800 € netto (= 952 € brutto bei 19% USt) kannst du sofort und vollständig absetzen. Das nennt sich Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG).
Beispiele:
- Schreibtischstuhl für 400 €
- Monitor für 350 €
- Webcam für 150 €
- Drucker für 200 €
- Externe Festplatte für 80 €
Über 800 €? Dann musst du über mehrere Jahre abschreiben (z.B. Laptop über 3 Jahre).
🎯 Jahresend-Trick: Viel Gewinn gemacht 2026? Kauf noch vor dem 31. Dezember GWGs (unter 800 €) — dann sind sie im selben Jahr absetzbar und drücken deinen Gewinn. Brauchst du einen neuen Monitor, Drucker, Stuhl? Jetzt kaufen = Steuern sparen.
Bonus-Tipp: KFZ-Kosten (wenn du viel fährst)
Kein eigenes Firmenauto, aber du nutzt dein Privatauto geschäftlich? Kilometerpauschale:
- 0,30 € pro km (Österreich & Deutschland, 2026)
- Gilt für Fahrten zu Kunden, Lieferanten, Geschäftsterminen
- Nicht für Fahrt zur Arbeit (außer du bist auf Dienstreise)
Beispiel: 3.000 km Geschäftsfahrten im Jahr → 900 € absetzbar.
Wichtig: Du brauchst ein Fahrtenbuch (digital oder Papier). Ohne Nachweis streicht das Finanzamt alles.
Zusammenfassung: So viel kannst du sparen
Lass uns rechnen, was diese 10 Punkte zusammen bringen können (konservativ geschätzt):
- Home-Office-Pauschale: 900 €
- Handy & Internet: 300 €
- Software-Abos: 600 €
- Weiterbildung & Bücher: 500 €
- Büromaterial: 300 €
- Bewirtung: 400 € (70% von 570 €)
- Fachliteratur: 100 €
- Bankgebühren: 120 €
- Versicherungen: 400 €
- GWGs: 800 €
Gesamt: 4.420 € Betriebsausgaben
Bei 40% Steuersatz sparst du: 1.768 €
Fast 1.800 € weniger Steuern — nur weil du Ausgaben absetzt, die du sowieso hattest. Kein Trick, keine Steuerhinterziehung. Einfach nur: Dein gutes Recht nutzen.
Der wichtigste Tipp: Belege sammeln
All diese Tipps bringen nichts, wenn du keine Belege hast. Ohne Beleg = nicht absetzbar. Punkt.
Mach's zur Routine: Jede Ausgabe sofort fotografieren. Jeder Beleg sofort archiviert. So vergisst du nichts — und am Jahresende hast du alles beisammen.
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