Eigenbeleg erstellen: Vorlage und Anleitung
Der Klassiker: Du bezahlst 15 € Parkgebühr am Automaten, bekommst keinen Beleg — oder der Beleg fliegt dir aus der Hand und landet in der Pfütze. Was jetzt?
Gute Nachricht: Das Finanzamt kennt das Problem. DafĂĽr gibt's den Eigenbeleg. Damit dokumentierst du eine Ausgabe selbst, wenn der Originalbeleg fehlt.
Schlechte Nachricht: Du kannst nicht einfach auf einen Zettel schreiben „100 € für irgendwas" und hoffen, dass das durchgeht. Es gibt Regeln.
Was ist ein Eigenbeleg?
Ein Eigenbeleg (auch: Ersatzbeleg oder Notbeleg) ist ein selbst erstelltes Dokument, das eine geschäftliche Ausgabe belegt, für die kein Originalbeleg vorhanden ist.
Wichtig: Der Eigenbeleg ist ein Notbehelf, kein Freifahrtschein. Das Finanzamt akzeptiert ihn — aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Wann darfst du einen Eigenbeleg erstellen?
- Originalbeleg verloren — passiert. Parkschein, Kassenbon, Quittung.
- Kein Beleg erhalten — Trinkgeld, Parkuhr, Garderobe, Autowaschanlage.
- Beleg unleserlich — Thermopapier verblasst, Bon durch die Waschmaschine.
- Kleinbeträge ohne Quittung — Gepäckaufbewahrung, WC-Gebühr auf Geschäftsreisen.
⚠️ Nicht erlaubt: Eigenbelege für Ausgaben, bei denen du normalerweise eine ordentliche Rechnung bekommst (z.B. Handwerker, Lieferanten, Dienstleister). Da musst du beim Anbieter eine Rechnungskopie anfordern.
Pflichtangaben auf dem Eigenbeleg
Damit das Finanzamt deinen Eigenbeleg akzeptiert, mĂĽssen diese Angaben drauf:
- Datum der Ausgabe — wann hast du bezahlt?
- Art der Ausgabe — was hast du gekauft/bezahlt?
- Betrag — wie viel hat es gekostet?
- Zahlungsempfänger — an wen ging das Geld? (Name, ggf. Ort)
- Grund für den Eigenbeleg — warum kein Original? („Automat ohne Belegausgabe", „Kassenbon verblasst")
- Datum der Erstellung — wann hast du den Eigenbeleg geschrieben?
- Deine Unterschrift — ja, händisch oder digital
💡 Pro-Tipp: Je genauer du den Eigenbeleg ausfüllst, desto besser. „Parkgebühr 4,50 €, Tiefgarage Stephansplatz, Wien, 14.03.2026, Automat ohne Belegfunktion" ist deutlich überzeugender als „Parken 4,50 €".
Vorlage: So sieht ein Eigenbeleg aus
Hier ein einfaches Muster, das du verwenden kannst:
EIGENBELEG
Datum der Ausgabe: _______________
Zahlungsempfänger: _______________
Art der Ausgabe: _______________
Betrag: _______________ €
Grund fĂĽr Eigenbeleg: _______________
Erstellt am: _______________
Unterschrift: _______________
Du kannst das natürlich auch als Word- oder PDF-Vorlage anlegen und am Computer ausfüllen. Hauptsache, die Angaben sind vollständig.
Gibt es eine Betragsgrenze fĂĽr Eigenbelege?
Offiziell: Nein. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze.
Praktisch: Ja, irgendwie schon. Bei kleinen Beträgen (Parkgebühren, Trinkgeld, Garderobe) wird kein Prüfer die Augenbraue hochziehen. Bei 500 € oder mehr wird's kritisch — da erwartet das Finanzamt, dass du dir beim Anbieter eine Rechnungskopie besorgst.
Faustregel: Bis 150 € sind Eigenbelege in der Regel unproblematisch. Darüber solltest du alles tun, um doch noch an den Originalbeleg zu kommen.
Häufige Situationen für Eigenbelege
Trinkgeld
Du gibst dem Lieferanten 5 € Trinkgeld. Dafür gibt's keine Quittung — aber du kannst es als Betriebsausgabe absetzen. Eigenbeleg schreiben: „Trinkgeld 5 €, Lieferant DPD, Bürolieferung am 12.03.2026".
ParkgebĂĽhren
Parkautomaten geben oft keinen Beleg. Eigenbeleg mit Ort, Datum, Betrag und dem Hinweis „Automat ohne Belegausgabe" reicht.
Verlorener Kassenbon
Erst mal prüfen: Hast du mit Karte bezahlt? Dann ist der Kontoauszug ein unterstützender Beleg. Den Eigenbeleg trotzdem erstellen, aber den Kontoauszug dazuheften — das macht's wasserdicht.
Eigenbelege digital erstellen und archivieren
Papier-Eigenbelege sind okay, aber digital ist besser — vor allem, weil du dann alles an einem Ort hast und nichts verlieren kannst.
Wenn du sowieso schon deine normalen Belege mit BelegBot per Telegram erfasst, kannst du auch Eigenbelege als Foto oder PDF schicken. Die KI erkennt die Angaben, und der Beleg landet automatisch in deinem Google Drive. Alles am gleichen Ort, alles durchsuchbar.
Alternativ: Eigenbeleg als PDF erstellen und manuell in deinen Beleg-Ordner legen. Hauptsache, du findest ihn wieder, wenn du ihn brauchst.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Zu viele Eigenbelege. Wenn 30% deiner Belege Eigenbelege sind, wird der PrĂĽfer skeptisch. Eigenbelege sind die Ausnahme.
- Ungenaue Angaben. „Diverses" als Ausgabeart geht nicht. Sei konkret.
- Fehlende Unterschrift. Ohne Unterschrift ist der Eigenbeleg wertlos.
- Eigenbeleg statt Rechnungskopie. Wenn du den Beleg vom Lieferanten nochmal anfordern kannst, tu das. Eigenbeleg ist Plan B.
- Nachträgliche Erstellung ohne Erklärung. Wenn zwischen Ausgabe und Eigenbeleg-Erstellung Monate liegen, notiere warum.
Zusammenfassung
- Eigenbeleg = Notlösung wenn der Originalbeleg fehlt
- Pflichtangaben: Datum, Betrag, Empfänger, Art, Grund, Unterschrift
- Keine offizielle Betragsgrenze — aber bei >150 € wird's heikel
- Häufige Fälle: Trinkgeld, Parkgebühren, verlorene Bons
- Digital archivieren ist sicherer als Papier-Zettelwirtschaft
- Nicht ĂĽbertreiben: Eigenbelege sind die Ausnahme, nicht die Regel
Und der beste Tipp zum Schluss: Belege sofort digitalisieren, dann brauchst du gar keine Eigenbelege. Die 5 Sekunden fürs Abfotografieren sparen dir im Zweifelsfall einiges an Ärger.
Häufige Fragen
Wann darf ich einen Eigenbeleg erstellen?
Wenn der Originalbeleg verloren, unleserlich oder nie ausgestellt wurde — z.B. bei Parkautomaten, Trinkgeld oder verblassten Kassenbons.
Gibt es eine Betragsgrenze fĂĽr Eigenbelege?
Offiziell nein. Praktisch sind Eigenbelege bis 150 Euro in der Regel unproblematisch. DarĂĽber solltest du versuchen, den Originalbeleg zu beschaffen.
Welche Angaben muss ein Eigenbeleg enthalten?
Datum der Ausgabe, Betrag, Zahlungsempfänger, Art der Ausgabe, Grund für den Eigenbeleg, Erstellungsdatum und deine Unterschrift.
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